Technik des Langdrehens

Der Langdrehautomat ist ein Drehautomat bei dem das Werkstück sowohl Vorschub, als auch Schnittgeschwindigkeit liefert. Dadurch unterscheidet er sich vom Kurzdrehautomaten, bei welchem das Werkzeug den Vorschub bewirkt. Kurzdrehmaschinen ermöglichen lediglich das Drehen von Teilen bis ca. 2,5 x D. Ab diesem Bereich fängt der sehr wirtschaftliche Arbeitsbereich des Langdrehers an. Das Drehen langer Teile erfordert starre, spielfreie Arbeitsbedingungen. Diese werden mit Hilfe einer Führungsbuchse geschaffen, welche dem Kurzdrehautomaten fehlt. Durch das Führen des Materials in dieser wird selbst bei langen Durchmessern hohe Genauigkeit bei engen Toleranzen erreicht.

Technik

Der Langdrehautomat ist ein Drehautomat zum Fertigen von kleinen und langen Werkstücken. Im Gegensatz zum Kurzdrehautomat wird der axiale Vorschub nicht vom Werkzeug ausgeführt, sondern von der Hauptspindel (Material). Somit bleibt das Werkzeug fix und das Material übt mit Hilfe der Hauptspindel den Vorschub aus. Entscheidender Vorteil dabei ist, dass immer nahe an der Führungsbuchse gearbeitet wird. Die Führungsbuchse verhindert ein Wegdrücken des Materials durch die Zerspankraft des Werkzeuges, außerdem werden so Schwingungen, welche besonders bei langen Werkstücken auftreten würden, nivelliert. Hohe Genauigkeit ist damit selbst bei langen Werkstücken garantiert.

Mechanik des Langdrehens

Das Material wird durch die  Führungsbuchse und durch den Spindelstock eingezogen und wird durch die Spannzange geklemmt. Die Abgreifspindel ermöglicht die Aufnahme nach dem Schnitt.

Drehende Führungsbuchse ist durch die Hauptspindel synchronisiert

Das Schneidwerkzeug ist immer 1.0 mm von der Frontseite der Führungsbuchse positioniert. Dies ermöglicht eine Schneidkraft mit minimalem Anschlag und Vibration während des minimierenden Stangenschubs.

Vorteile von Langdrehautomaten

  • Direktes Arbeiten an der Führungsbuchse (erhöht Genauigkeit)
  • Führungsbuchse mindert Schwingungen, die durch das Stangenschieben entstehen (vermindert Rattern und Rattermarken)
  • Schwingungsarmes Drehen, dadurch geringerer Verschleiß der Spindellager
  • Hohe Genauigkeit bei kleinen Durchmessern
  • Hohe Volumendurchläufe

Anforderungen

  • Kleine Durchmesser (< 42 mm)
  • Lange Teile: ab 3 x D
  • Spitzenloses Material mit Oberflächengüten von h6-h8